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karte Naturschutz zum Anfassen: in der Naturschutz-Datenbank des BUND

Oh Tannenbaum

Weihnachtsbaumverkauf (Foto: M. Mänz)

Die meisten Weihnachtsbäume kommen von Plantagen, in denen kräftig gespritzt und gedüngt wird. Pestizide gegen Insekten, Herbizide gegen Fremdgewächse sowie Mineraldünger für guten Wuchs und eine intensive Grün- oder Blaufärbung der Nadeln. Auch die Gentechnik hat diesen Markt längst im Visier und arbeitet an Christbaum-Klonen. Der BUND empfiehlt Bio-Weihnachtsbäume. Sie werden entsprechend den Vorschriften der Europäischen Union ohne synthetische Düngemittel und Pestizide aufgezogen. Jährlich werden Bio-Christbaum-Betriebe kontrolliert, sie erhalten dann Biozertifikate. Die Preise für "Öko-Weihnachtsbäume" entsprechen jenen aus konventioneller Aufzucht.

Weihnachtsbäume, die es in Töpfen zu kaufen gibt, werden meist "ausgestochen" und anschließend mit dem Erdballen in einen Topf gesteckt. Gut geeignet ist hierfür die Blaufichte, da ihre Wurzeln im Gegensatz zur Nordmanntanne besser mit dem Spaten abgetrennt werden können. Da aber die Bäume durch das Aufstellen in der warmen Wohnung aus dem Winterschlaf gerissen wurden, erfrieren sie zumeist später beim Auspflanzen. Der BUND empfiehlt, den Baum für einige Tage in einem kühlen Treppenhaus oder in einer nicht zu kalten Garage zwischen zu lagern und ihn erst dann einzupflanzen.

Traditionell schmückt der Weihnachtsbaum bis zum Dreikönigstag am 6. Januar die gute Stube. Danach sollte laut BUND das wertvolle Holz nicht in der Restmülltonne entsorgt, sondern entweder für den Kompost oder als Brennholz eingesetzt werden. Dafür muss der Baum zunächst von Metallhaken und Schmuck befreit werden. Bleibt beispielsweise bleihaltiges Stanniol-Lametta am Baum, gelangt beim Verbrennen das giftige Gas Bleioxid in die Umwelt. Im Kompost wiederum belastet das Blei für lange Zeit die Böden.

Neben der Mülltonne oder am Straßenrand abgelegt, werden die Bäume von den Gemeinden eingesammelt. Klein gehäckselt und unter organische Materialien aus der Biotonne gemischt, kommen sie dann auf den Kompost. Wer den Weihnachtsbaum als Brennmaterial verwerten kann, sollte ihn bis zum nächsten Winter trocknen. Denn ist das Holz noch nass, wird beim Verfeuern umwelt- und gesundheitsschädlicher Feinstaub freigesetzt.

 

Silberbeschichtete Christbaumkugeln, mit Acryl glasierte Schneemänner oder Lametta aus Stanniol - die Liste weihnachtlicher Dekorationen, die als Sondermüll entsorgt werden müssen, ist lang. Daher rät der BUND zu natürlichen und recyclebaren Materialien.

So eignen sich kleine Äpfel aus dem heimischen ökologischen Anbau und selbstgebackene Bio-Lebkuchen oder -Plätzchen hervorragend als duftende, leckere und umweltfreundliche Verzierung an Adventskranz oder Weihnachtsbaum. Christbaumkugeln aus mundgeblasenem Glas oder aus Pappe sehen schön aus und können bei Schaden einfach im Glas- oder Papiercontainer entsorgt werden.

Auch selbst gebastelte Figuren aus natürlichen Materialien wie Stroh, Tannenzapfen, Nussschalen, Holz oder Bienenwachs schonen die Umwelt und verbreiten eine heimelige Atmosphäre. Verzichtet werden sollte auf Schnee-, Gold-, Kupfer- oder Silbersprays. Sie können schädliche Binde- und Lösemittel sowie giftige Leucht- oder Bronzepigmente enthalten. Als Schneeersatz eignet sich sauerstoffgebleichte Watte besser. Statt glänzender Bindfäden, die das Schwermetall Kupfer enthalten, sollten Stoffbänder oder Garn aus Bast benutzt werden. Dies ist genauso dekorativ und aus Umweltsicht besser geeignet. Auf Lametta sollte am besten ganz verzichtet werden. Grundsätzlich, so der BUND, kann beim Weihnachtsschmuck weniger mehr sein - und alte Dekoration immer wieder neu zusammengestellt werden.

 

Die BUND-Ökotipps sind kostenlos zum Abdruck freigegeben. Der BUND muss als Quelle erkennbar sein.