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karte Naturschutz zum Anfassen: in der Naturschutz-Datenbank des BUND

Sonnencreme mit Risiko

Sonnencreme auf Fuß (Foto: M. Mänz)

Die schützende Ozonschicht wird immer dünner. Auch in unseren Breiten lässt sie einen immer größeren Anteil der für die Haut schädlichen ultravioletten Strahlung durch. Während die UVB-Strahlung Sonnenbrand auslöst, können die unmerklichen UVA-Strahlen zu Hautkrebs und frühzeitiger Alterung der Haut führen. Bei der Auswahl der Sonnencreme hat man die Qual der Wahl. Der Verbraucher kann sich zwischen chemischen und mineralischen UV-Filtern entscheiden. Die chemischen Filter können Allergien auslösen. Zudem haben sie häufig eine hormonelle Wirkung, die insbesondere die Gesundheit von Kindern nachhaltig schädigen kann. Zunehmend werden mineralische Filter wie Titandioxid und Zinkoxid eingesetzt. Sie sind gut verträglich und lassen das empfindliche Hormonsystem in Ruhe. Früher waren mineralische Sonnencremes dicke weiße Pasten. Heute werden die Mineralien meist auf Nanogröße verkleinert. So sind die Cremes dünnflüssiger und lassen sich leicht verteilen. Eigentlich eine super Sache – allerdings sind die Risiken von Nanomaterialien noch ungeklärt. Studien haben etwa gezeigt, dass sie die Organe von Versuchstieren schädigen können. Andererseits können die winzigen Partikel wohl nicht durch gesunde Haut dringen – im Gegensatz zu den chemischen UV-Filtern.

Was tun? Eltern können die Kleinen auch mit anderen Mitteln vor Sonnenbrand schützen: mit Hemdchen und Mützchen aus Baumwolle etwa. Und in der größten Mittagshitze, zwischen 12 und 15 Uhr, spielen Kinder lieber an einem schattigen Plätzchen. Trotzdem: Nicht cremen gilt nicht. Jeder Sonnenbrand erhöht das Risiko für Hautkrebs. Und Kinder sind besonders empfindlich. Deshalb sollte man, wenn möglich, zu Naturkosmetik greifen, die mineralische Filter oberhalb der Nanogröße enthält. Diese sind mit "nanofrei" gekennzeichnet und finden sich eher im Bioladen als in der Drogerie. Besonders empfiehlt der BUND Produkte mit dem Biosiegel "Kontrollierte Naturkosmetik" oder dem "Drei-Häuser-Logo" der Neuform-Reformhäuser. Die hierfür eingesetzten Rohstoffe stammen aus kontrolliert biologischem Anbau. Die Cremes werden schonend verarbeitet, um empfindliche Inhaltsstoffe etwa Sanddorn oder Edelweiß zu erhalten. Diese verhindern die Bildung freier Radikale, womit der Hautalterungsprozess verlangsamt wird. Bei der Entwicklung und Herstellung von Naturkosmetik sind Tierversuche verboten und die Verpackung ist umweltfreundlich.

Die BUND Ökotipps sind kostenlos zum Abdruck freigegeben. Der BUND muss als Quelle erkennbar sein.