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karte Naturschutz zum Anfassen: in der Naturschutz-Datenbank des BUND

Fledermausgiebel

Giebel nach der Sanierung
(Foto: I. Ohlendorf)

Weltweit gibt es rund 900 Fledermausarten. Fledermäuse sind äußerst nützlich. Eine Fledermaus frisst bis zu 800 Insekten pro Nacht. In Deutschland leben 21 (evtl. 22) Fledermausarten die größtenteils in ihrem Bestand gefährdet sind. Siebzehn der heimischen Arten werden in den Gefährdungskategorien der Roten Liste Deutschlands geführt.

Ihre Gefährdung geht vor allem durch Zerstörung ihrer Lebensräume aus, wie etwa durch die Versiegelung von potentiellen Schlafplätzen bei der Sanierung von Altbauten. Insbesondere durch die Vernichtung von Lebensräumen von Insekten, durch die Zerstörung von Totholzbeständen und die Vergiftung mit Insektenschutzmitteln und Holzschutzfarben. Durch viele Schutzmaßnahmen konnten sich die Bestände von Zwergfledermaus, Großer Abendsegler, Großes Mausohr und Wasserfledermaus inzwischen leicht erholen.

Die Weibchen der Mausohrfledermaus bilden im Sommer oft große Wochenstuben auf Dachböden, wo sie gemeinsam ihre Jungen gebären und aufziehen. Diese Wochenstuben und auch andere Fledermaus-Quartiere wie z.B. Bäume mit Höhlungen, Spaltenquartiere, Felshöhlen, Stollen und Fledermauskästen gilt es zu erhalten.

Großer Abendsegler
(Foto: www.bund.net)
Langohrfledermaus
(Foto: T. Keller)
Einflugöffnungen am Giebel
(Foto: T. Ohlendorf)

Im Herbst 2011 haben Aktive bei der Elektrifizierung des Kellers unter der Scheune am BUND-Waldhaus Altenhagen festgestellt, dass Fledermäuse dort ihr Winterquartier beziehen. Um welche Fledermausart es sich handelt, soll nach der geplanten Anschaffung eines Fledermausdetektors genau bestimmt werden. Dieser Fledermausstandort soll gesichert und weiterentwickelt werden. Dazu gehört auch die Einrichtung eines Sommerquartiers, welches nicht im selben Gebäude liegen sollte.

Dazu bot sich der Westgiebel des BUND-Waldhauses an. Er war durch Wettereinflüsse und unterlassene Instandhaltung in schlechtem Zustand. Die alte, typische Substanz sollte durch Sanierung erhalten bleiben. Es waren eine Verlängerung des Daches, neue Dachrinnen und der Neubehang des Giebels mit Ziegeln erforderlich.

Es wurden gebrauchte alte, ortstypische Hohlpfannen beschafft und wiederverwendet. Gleichzeitig hat der BUND eine Wärmedämmung auf Höhe der Wohnnutzung vorgenommen. Zwölf Lüfterziegel wurden als Einflugöffnungen für Fledermäuse in die Fassade eingebaut und im oberen Giebelbereich zusätzlich zwei Einflugröhren aus Ton eingesetzt, die in das künftige Sommerquarier führen.

Im inneren Bodenbereich münden die Öffnungen in eine Tagesschlafstätte für Fledermäuse. Sie soll aus einem Holzkasten in der Größe von ca. 1m x 1m x 1,50 m bestehen. Das Holz ist innen sägerauh, so dass die Tiere für den Schaf und für die Wochenstuben entsprechenden Halt finden. In eine der Seitenflächen der Kisten werden transparente Scheiben eingebaut, die ein Monitoring und eine entsprechende Dokumentation zulassen.

Mit der Baumaßnahme hat der BUND Salzgitter Anfang November 2012 begonnen und rechtzeitig zum Jahreswechsel konnten die Außenarbeiten abgeschlossen werden. Der Wintereinbruch führte zwar zu einer Verzögerung, die durch den Einsatz der Aktiven aber wieder aufgeholt werden konnte. Neben der finanziellen Unterstützung durch die Volksbank Wolfenbüttel-Salzgitter e.G., die Bürgerstiftung Salzgitter, dem Humuswerk Barbecke und einiger privater Spender wurden fast 200 Stunden ehrenamtlich geleistet. Der Kreisvorstand des BUND Salzgitter bedankt sich bei den Unterstützern und Aktiven.

Zusätzlich soll das Sommerquartier mit einer Infrarotkamera ausgestattet werden. Sie soll Bilder auf einen Monitor übertragen, der für die Dokumentation, Besucher und Interessierte aufgebaut werden soll. Für die Fortsetzung des Projektes sucht der BUND zur Zeit noch weitere Sponsoren und Spender und ist dankbar für jede weitere Unterstützung.